1932 wurde die Weinkellerei Spielmann in der Fischergasse in Wertheim gegründet, heute handeln wir bereits in der dritten Generation mit Wein. Als mein Großvater damals seine Gründungsanzeige in der örtlichen Zeitschrift verkündete, war es Ihm besonders wichtig, daß er


„den höchsten Ansprüchen seiner werten Kundschaft“


gerecht wird. Im Grunde hat sich bei uns eigentlich nichts geändert. Wir versuchen bei allen Weinen ein Optimum an Qualität zu präsentieren, daß auch dem jeweiligen Preisgefüge Rechnung trägt. Der Schwerpunkt unseres Weinsortiments liegt heute in Frankreich. Warum?

Als ich 1984 meine Ausbildung zum Weinküfer machte, war mir vor allem klar, daß der eigene Geschmack und die professionelle Verkostung von Wein ein sehr wichtiges Handwerkszeug in unserem Metier ist. Da aber nicht nur hier in Tauberfranken guter Wein wächst, interessierte mich vor allem was es sonst noch in der Welt für Weine gab. Hierbei waren 2 Jahre in Münchens Weinhaus Schwarzwälder als Sommelier und Weinberater eine sehr wichtige Station, die mir ermöglichte die verschiedensten Weine zu verkosten aber auch die Personen kennen zu lernen die hinter den Weinen stehen, zum einen als Winzer, zum anderen als Händler und Importeure. Nach gut 10 Jahren im Aussendienst für verschiedene große Importeure, etlichen Besuchen bei den verschiedensten Weinmachern und natürlich auch in den besten Restaurants rund um den Erdball wurde mir eines immer deutlicher:

Wein sollte ein Spiegel seiner Herkunft sein. Aus der ganzen Vielfalt der Weinwelt stechen besonders solche Weine hervor, die Charakter zeigen. Solche die den Boden, die Tradition und das jeweilige Kleinklima in einzigartiger Weise wiedergeben. Man verfällt in den ersten Jahren des Verkostens natürlich gerne den leichter zugänglichen, alkoholischen etwas süsslichen Vertretern, aber nach einem gewissen Lernprozess, kam ich einfach immer wieder auf die „Klassiker“ zurück. Für mich ist eben ein richtig guter erdiger Silvaner aus Franken, ein nach Trüffel duftender Nebbiolo aus Piemont, ein Sauvignon Blanc mit Paprikaaromen von der Loire und ein nach Haselnuss duftender Chardonnay aus dem Burgund sowie der nach Brioche duftende Champagner nicht zu ersetzen. Diese Authentizität der Weine ist vor allem im benachbarten Frankreich in einer aussergewöhnlichen Vielfalt gegeben. Warum also Kopien dieser Originale trinken, wenn es oft nicht einmal preislich interessanter ist? Sowie es schwierig ist eine Kopie eines Rheingau Rieslings oder eines Franken Silvaners herzustellen, so leicht ist es eben beste europäische Originale bei uns zu bekommen.

Dabei ist das Wort „preiswert“ ein sehr wichtiger Faktor.

Wenn man den höchsten Ansprüchen genügen will, heißt das für uns, daß wir für den Kunden der einen guten Rotwein für jeden Tag braucht den passenden Wein parat haben, wie eben auch die Flasche die nur an den Feiertagen im Kreise sehr guter Freunde aufgemacht wird. Jedes Mal bekommt unser Kunde einen Wein von einem der besten Winzer der jeweiligen Region, manchmal sogar vom Besten und das eben zu sehr preiswerten Konditionen im jeweiligen Preisgefüge.

Leider ist unsere Kundschaft, in Deutschland zumindest in der absoluten Minderheit. Nur noch 3% aller Weineinkäufer kaufen Weine die mehr als 5,-€ kosten. Aber guter Wein hat eben seinen Preis. Auch wenn ehemalige Sommelier-Kollegen von mir Reklame für Weine machen, die weniger als 2,-€ inklusive 19% Mehrwertsteuer kosten, kann man getrost davon ausgehen, daß es sich eben doch nur um Getränke, aber in keinem Fall um solche Weine handelt wie ich Sie im Vortext beschrieben habe. Die Motivation sich für solche Produkte stark zu machen hat eben seinen Preis...

Bei uns werden Sie nie einen Wein dieser Kategorie finden


Ihr Norbert Spielmann